Mit zwölf Jahren wiegt Mert rund 62 Kilogramm. Auf dem Fußballplatz sitzt er meist auf der Ersatzbank und verliert die Freude am Sport. Sein Onkel bringt ihn schließlich zum Boxen beim BuS Dinslaken.
Der Einstieg ist hart: Von seinen ersten 20 Kämpfen verliert er 17. Viele hätten aufgehört. Er macht weiter, arbeitet an jedem Fehler und verliert dabei rund 14 Kilogramm.
„Die anfänglichen Niederlagen haben mich im Endeffekt nur hungriger gemacht.“
Seine Trainer sehen in ihm kein Ausnahmetalent, dafür enorme Disziplin, Trainingsfleiß und die Fähigkeit, aus jeder Niederlage zu lernen. Genau das beginnt sich auszuzahlen.
Der erste Titel: Zum ersten Mal wird Mert Landesmeister in Nordrhein-Westfalen. Aus dem Jungen, der fast jeden Kampf verlor, ist ein Sieger geworden.
Bronze bei der Deutschen Meisterschaft: die erste Medaille auf nationaler Ebene. Mert gehört jetzt zu den Besten seines Jahrgangs.
Platz 2 bei der Deutschen Meisterschaft. Die Silbermedaille zeigt: Der Titel ist zum Greifen nah.
Deutscher Meister im Halbweltergewicht und damit die Aufnahme in die deutsche Nationalmannschaft. Fünf Jahre nach 17 Siegen in 20 Kämpfen steht Mert ganz oben.
Start in der 2. Bundesliga für Bremerhaven: fünf Kämpfe, vier Siege. Zum ersten Mal boxt Mert Woche für Woche auf Liganiveau gegen die Besten des Landes.
Wechsel zum Velberter BC in die 1. Bundesliga. Parallel dazu boxt Mert für die deutsche Nationalmannschaft und vertritt Deutschland auf internationalen Turnieren.
Im September 2019 beginnt Mert als Polizeikommissaranwärter sein duales Studium bei der Polizei NRW und wird vom Innenministerium als Spitzensportler der Polizei anerkannt. Studium und Leistungssport laufen Hand in Hand. 2022 schließt er ab und ist seitdem Polizeivollzugsbeamter.
Nach rund 140 Amateurkämpfen vertritt Mert Deutschland als Nummer 1 seiner Gewichtsklasse bei der Europameisterschaft in Armenien.
Wechsel ins Profilager: Mert startet seine Profikarriere. An seiner Seite stehen Trainer Salih Yildirim und Trainer Sven Hoffmann, mit denen er beim Boxteam Duisburg arbeitet.
Zehn Profikämpfe, zehn Siege, ungeschlagen. Eine Geschichte, die nicht von Talent handelt, sondern von der Fähigkeit, immer wieder aufzustehen.